Auf der Suche nach einer besseren Welt. Vorträge und by Karl R. Popper

By Karl R. Popper

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Heinz Isler

Top recognized for his remarkable free-form shell constructions, Heinz Isler has encouraged either architects and engineers along with his amazing creations. His paintings transcends the definition of mere structural engineering to the level of changing into structural artwork. This publication considers the original paintings of this unprecedented engineer.

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Nur der wohlunterrichtete Dialektiker, der gelehrte Philosoph, ist fähig zu herrschen. Das ist der Sinn der berühmten Platonischen Forderung, daß die Philosophen Könige werden müssen und die Könige voll ausgebildete Philosophen. Die Philosophen waren von dieser Platonischen Forderung zutiefst beeindruckt ; die Könige vermutlich etwas weniger. Ein größerer Gegensatz zwischen zwei Interpretationen 64 der Forderung, daß der Staatsmann weise sein soll, läßt sich kaum denken. Es ist der Gegensatz zwischen intellektueller Bescheidenheit und intellektueller Anmaßung.

Alle Organismen sind vollbeschäftigt als Problemlöser. Ihr erstes Problem ist, zu überleben. Aber es gibt unzählige konkrete Probleme, die in den verschiedensten Situationen auftreten. Und eines der wichtigsten Probleme ist die Suche nach besseren Lebensbedingungen : nach größerer Freiheit ; nach einer besseren Welt. Durch natürliche Zuchtwahl und (so können wir annehmen) durch ursprünglich äußeren Selektionsdruck entsteht, gemäß dieser optimistischen Interpretation, schon sehr früh ein starker Selektionsdruck von innen, ein Selektionsdruck der Organismen auf die Außenwelt.

Er ging also zu einem, der als weise galt – zu einem der Staatsmänner Athens – um von ihm zu lernen. Das Ergebnis beschreibt Sokrates folgendermaßen (Apologie 21 D) : »Weiser als dieser Mann bin ich schon : Zwar weiß keiner von uns beiden etwas Rechtes. Er aber glaubt, daß er etwas weiß, und weiß nichts. « Nachdem er mit den Politikern gesprochen hatte, ging Sokrates zu den Dichtern. Das Ergebnis war das gleiche. Und dann ging er zu den Handwerkern. Diese wußten nun in der Tat Dinge, von denen er nichts verstand.

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