Aggression: Die Rolle der Erziehung in Europa und Ostasien by Hans-Joachim Kornadt

By Hans-Joachim Kornadt

In dem Band wird die Bedeutung der Erziehung in der Familie und in verschiedenen Kulturen für die Entstehung von Aggressivität behandelt. Es werden Ergebnisse umfangreicher Längsschnittuntersuchungen an Jugendlichen, Müttern und ihren Kindern berichtet. Deutliche Unterschiede in der Erziehung und in der Aggressivitätsentwicklung von Kindern und Jugendlichen wurden in Deutschland (und z.T. der Schweiz) im Vergleich mit drei ostasiatischen Kulturen (u.a. dem hochindustrialisierten Japan und dem traditionell-hinduistischen Bali) nachgewiesen. Grundlage der Untersuchungen ist die Motivationstheorie der Aggression, die auch die biologisch-evolutionären Bedingungen einbezieht. Die Kulturen werden in ihren Besonderheiten beschrieben, und die Ergebnisse werden abschließend auf Erziehungsfragen in Deutschland bezogen.

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Generell ist die Varianz von Verhaltensweisen und vor allem von Entwicklungsbedingungen innerhalb einer Kultur natürlich begrenzt. Daher bietet sich an, systematisch solche Kulturen aufzusuchen, bei denen Grund zur Annahme besteht, dass bei ihnen normalerweise eine besondere Ausprägung der Aggressivität vorkommt. Es wäre dann dort nicht nur die Aggressivität zu studieren, sondern auch die sozio-kulturellen Sachverhalte, die in den kulturellen Rahmenbedingungen gegeben sind. Eine weitere Möglichkeit besteht im Vergleich zwischen traditionellen und moderneren Kulturen.

Es fehlte also nicht an Einzelkenntnissen. Sie waren jedoch disparat und nur auf den Kontext ihrer jeweiligen theoretischen Ansätze bezogen. Daraus ergab sich kein Verständnis dessen, was eigentlich unter Aggression und Aggressivität als einer qualitativ spezifischen Verhaltensweise verstanden werden kann. Vor allem fehlte es an einem einigermaßen fundierten Konzept zum Verständnis, in welcher (funktionalen) Beziehung die verschiedenartigen Befunde dieses Phänomenbereichs zueinander stehen könnten, die vielleicht alle etwas mit „Aggression“ zu tun haben.

2 Lerntheoretische Ansätze Entgegengesetzte Positionen wurden einmal aus lerntheoretischer Perspektive vertreten. Die Grundannahme der lerntheoretischen Position ist, dass das Aggressionsverhalten (wie alles andere) am Erfolg orientiert, entwickelt und verstärkt wird. Wo immer durch eine Aggressionshandlung ein positiver Effekt erlebt wird, wird dieses Verhalten verstärkt und auf Dauer Teil des Verhaltensrepertoires; d. h. also bei Erfolg durch Aggression erfolgt eine Verstärkung dieses Verhaltens.

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